Erstmals seit 1998 will die EU Kommission zwei neue Gentechnik-Sorten namens „1507“ von Pioneer Hi-Bred und „Bt11“ von Syngenta zum Anbau in der EU zulassen. Die Lizenz des einzigen zugelassenen Gentechniksorte, „Mon810“ von Monsanto ist bereits 2008 abgelaufen. Ihre Verlängerung wurde beantragt, aber bisher nicht entschieden. Solange kann sie einfach weiter gepflanzt werden! Wie „MON810“ enthalten auch „Bt11“ und „1507“ Gen-Sequenzen des Bodenbakteriums „Bacillus thuringiensis“, die ein Insekten-Gift produzieren. Es ist tödlich für die Larven des Maiszünslers aber auch vieler anderer Schmetterlinge. Zudem sind die neuen Sorten resistent gegen das Totalherbizid „Basta“ von Bayer. Sein Wirkstoff Glufosinat gehört nach der neue Pestizid-Verordnung der EU zu den Mitteln, die wegen ihrer Giftigkeit verboten werden sollen.
Das neue deutsche Gentechnikgesetz brachte 2008 eine entscheidende Verschlechterung des Schutzes von Kleingärtnern und private Anbauern. Ihnen wird jetzt ein „berechtigtes Interesse“ abgesprochen, zu erfahren, wer in ihrer Nachbarschaft Gentechnikmais anbaut. Nur der gewerbliche Anbau sei zu schützen, meint die zuständige Bundesanstalt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Private Anbauer haben also auch keinen Schutz vor gentechnischer Verunreinigung. Dagegen wollen wir eine öffentliche Petition an den Deutschen Bundestag richten, die eine Änderung des Gesetzes fordert. Gentechnikfreier Anbau und Saatgut-Vermehrung muss als Grundrecht geschützt werden, egal ob für den persönlichen Gebrauch oder kommerzielle Zwecke.
Deshalb fordern wir von der zuständigen Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner, Mon810 zu verbieten und im EU-Ministerrat gegen weitere Zulassungen von Gentechnik-Mais zu stimmen. Stattdessen sollte sie den Anbau von samenfesten Maissorten in ganz Deutschland fördern und Kleingärtner ebenso vor Gentechnik schützen wie Landwirte.
Wir schlagen Ihnen vor, sich im Rahmen der Aktion Bantam-Mais an einer Postkarten-Aktion an die zuständige Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner, zu beteiligen. Hier ihre Adresse:
Ilse Aigner
Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Wilhelmstr. 54
10117 Berlin
Hier ist ein Textvorschlag von uns für solch eine Karte. Aber je persönlicher Ihre Botschaft an die Ministerin ist, desto besser.
Sehr geehrte Frau Aigner,
Wir wollen in unserer Nachbarschaft keinen Gentechnik-Mais und wir wollen gentechnikfreien und samenfesten Mais anbauen, ohne Angst vor gentechnischer Verunreinigung durch Pollenflug oder gentechnisch verschmutztem Saatgut. Wie Sie wissen, will eine große Mehrheit in Deutschland Gentechnik weder im Essen noch auf dem Acker.
Deshalb fordern wir Sie auf:
Sie werden von uns an Ihren Taten gemessen. Wir erwarten von Ihnen deshalb vor den Wahlen zum Europäischen Parlament und zum deutschen Bundestag eindeutiges Handeln und verbindliche Aussagen.
Mit freundlichen Grüßen
Datum, Unterschrift
Absender
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