Bantam!

Unsere Bantam-Reise 2009 nach „Pianello“ in Lizzano bei Belvedere

Die Hinfahrt war umweltfreundlich ohne Auto mit dem Zug recht bequem. Wir konnten von München aus bis Bologna die schöne Landschaft unbekümmert genießen, die an uns vorüberzog. Leider hatten wir etwas Verspätung bei der Anreise und der Zugsprecher meldete kurz hinter Verona ein „problemo di locomotore“. Ja, und das hieß warten. Warten auf eine Information, wie es weiterging - in Italien keine Selbstverständlichkeit. Natürlich kam die versprochene Nachricht dann auch gar nicht und irgendwann fuhr die Bahn einfach weiter. Wir erreichten in Bologna allerdings unseren Anschlusszug nicht mehr rechtzeitig. Zu allem Überfluss hatten wir dann in der Hektik die Fahrkarte nicht gekauft und der nette italienische Schaffner musste uns satte 44,- € Strafe für´s Schwarzfahren berechnen. Eigentlich hätte das 88,-€ für uns beide gekostet, doch er war großzügig, weil wir Ausländerinnen waren und „non parlare italiano“.

Der italienische Taxifahrer war dann ebenfalls sehr geduldig, den wir bestellt hatten zum Abholen in Poretta di Therme, einem kleinen Thermalbad. Fast eine ganze Stunde hatte er ausgeharrt und auf uns gewartet. Natürlich bekam er einen sehr guten Fahrpreis!

Gegen Abend trafen wir dann mit unserem Taxi auch noch vor Einbruch der Dunkelheit in Pianello ein. Die nette Nachbarin von Wim, unsrem Bantam-Mais-Züchter, hat uns noch kurz begrüßt und eingewiesen in die Gepflogenheiten. Ein kleines Restaurant hatte Gott-sei-Dank auch noch offen. Allerdings einen lockeren Kilometer zu Fuß zu laufen! Wir schafften das auch noch und die Reisebus-Gesellschaft war sehr lustig dort beim Tanz zum italienischen „Cantare, ohohoho...“. Der Alleinunterhalter,der sich die Seele aus dem Leibe sang, war sehr charmant und das Essen schmeckte auch ganz vorzüglich an diesem Abend.

Das Appartement war dann auch sehr großzügig über zwei Etagen und mit einem schönen modernen Kamin. Wir wunderten uns allerdings über seltsame Geräusche, denn es rieselten immer kleine Steinchen herunter auf die Feuerstelle. Als die Freundin am nächsten Tag wildes Geflatter hörte, hatte sich tatsächlich ein kleiner Vogel durch den Abzug bis hinter die Scheibe des Kamins vorgearbeitet! Beim Öffnen der Türe ließ er sich zuerst fangen, entwischte dann aber doch und flog in unserem Appartement herum. Erst auch noch gegen die Fensterscheibe, bis er den Weg wieder in die Freiheit fand. Und am Abend zuvor hatten wir erst noch ein Feuerchen gemacht, als Wim Brus mit einer Flasche Rotwein, auf ein Schwätzchen zu Besuch gekommen war!

Das Wetter spielte ganz toll mit und wir hatten traumhafte Temperaturen um die zwanzig Grad und höher am Tage! Gegen Abend wurde es kühler, doch es war sehr gut auszuhalten. Leider waren alle anderen Besucher mittlerweile abgereist und die Vermieter bereits wieder in der Stadt. Nur ein einsamer schwarzer Kater, den wir gleich „Nero“ tauften, leistete uns ab und an Gesellschaft. Ins Haus haben wir ihn trotzdem nicht gelassen, obwohl er stundenlang entsetzlich verhungert geschaut hat an der Eingangstüre.

Den Pool hatten wir natürlich auch ganz für uns alleine! Er war allerdings nicht beheizt und so haben wir nur einmal unsere Füße reingehängt. An einem warmen Sonnentag konnte ich mich sogar in Badesachen in die Sonne an den Pool legen. Die Freundin hatte sich allerdings eine fürchterliche Erkältung mit Husten und Schnupfen mitgebracht, so dass sie mir nur wärmer eingepackt Gesellschaft geleistet hat.

Der Besuch bei Wim brachte neue Erkenntnisse über den Anbau von Mais in Italien und die Widrigkeiten der Mitbewohner in der Natur. Er berichtete von intensiven Dachs-Überfällen in der Nacht, die ihm seine Pflanzen umreißen und die Körner wegfressen. Trotz Elektrozaun vermochte er sie nicht abzuhalten, sie gruben sich einfach unter dem Zaun durch! Auch das Wetter war in diesem Jahr in Italien zu trocken, so dass die Ernte ziemlich spärlich ausgefallen ist. Den Rest geben ihm dann noch die Wildschweine, die seine anderen Saaten-Felder immer wieder ziemlich wild umgraben.

Er erzählte ein paar interessante Details: Ein paar fanatische Naturschützer sollen in den letzten Jahren immer wieder fremde Wildschweine in der Gegend ausgesetzt haben. Die haben sich mit den kleinen einheimischen Sorten mittlerweile gekreuzt, die vorher ganz gut im Zaum zu halten waren. Sie hatten nur immer so zwei Junge und es ließ sich gut mit ihnen leben. Jetzt richten die großen Populationen einen ziemlichen Schaden an. Sie zerwühlen die Felder sehr und sind kaum aufzuhalten. Er berichtete, dass die Bauern das alle wissen, aber keiner so richtig offen darüber spricht. So muss er seine Maiskörner- Produktion vielleicht sogar einstellen demnächst.

Die Probleme mit der Sprache machten uns ein wenig zu schaffen, denn die Italiener sprechen meistens kein Englisch. Eine Nachbarin erklärte uns eines Tages freundlich gestikulierend die Abkürzung über ihr Grundstück zu Wims Haus. Einen Tag später machte sie uns allerdings wütend darauf aufmerksam, dass dieser Weg „absoluto privato“ sei und nicht betreten werden dürfte. Na gut, das musste einem ja gesagt werden! Die Italiener haben eben keine Gartenzäune wie in Deutschland, wo man sich einfach orientieren kann. Leider mussten wir uns die meiste Zeit dann auch noch selber verpflegen, da das einzige Restaurant und auch der letzte Lebensmittelladen um diese Zeit ebenfalls Urlaub machten. Das Essen mit dem Bus, der bloß drei Mal am Tag vorbeifuhr heranzuschaffen, war in der Tat etwas mühsam.

Die einzigartige Landschaft und ihre Schönheit hat uns alles in allem dann aber voll für die dürftige Verpflegung entschädigt. Wildromantische Aussichten, das tolle Wetter und eine himmlische Ruhe haben wir sehr genossen. Und es war ja auch nur für ein paar Tage und da haben wir einfach ein bisschen improvisiert mit dem, was wir finden konnten. Süsse Bisquittes zum Frühstück, ein toller Espresso und viel italienische Nudeln in Tomatensoße mit Salat haben uns dann auch wieder mit der Welt versöhnt. Letztendlich kann man sagen, dass die Italiener nicht nachtragend sind und sehr gastfreundlich, einschließlich Kater Nero. Obwohl der sich ganz bestimmt über ein gefiedertes Häppchen aus unserem Kamin gefreut hätte! :-)

Noch einmal herzlichen Dank an alle für diesen wunderschönen kurzen Urlaub, denn so haben wir wieder ´was zu erzählen. In der Anlage noch ein paar Fotos, für alle interessierten Italien-Fans.

Herzliche Grüße

Ulrike Bernoth und Sabine Häusler

Bantam verlost eine Reise nach Italien

Eine Reise nach Italien winkt auch dieses Jahr wieder den glücklichen Gewinnern. Unter allen, die bis zum 30. Juni 2009 ihren Bantam-Standort bei uns anmelden (Postkarte oder Webseite), verlosen wir eine einwöchige Reise zu Wim Brus, dem Vermehrer des biologischen Golden Bantam. Wim wird Sie auf seinem Hof in La Torre zwischen Bologna und Florenz in die Geheimnisse des Bantam-Anbaus einführen. Seine Nachbarin Stefania Torri, spendiert Ihnen für eine Woche ein Doppelzimmer in ihrer traumhaften Agroturismo-Herberge (www.borgopianello.eu) bei Lizzano in Belvedere und wir kümmern uns um Ihre Anreise. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.

Strahlender Sonnenschein in der Emilia Romana

Die glückliche Gewinnerin der Bantam Italien-Reise 2009 ist gerade zurückgekommen und wird uns schon bald einen kleinen Bericht und Fotos senden. Diese Postkarte haben wir vor ein paar Tagen erhalten:

Diese Aktion wird nur durch Spenden finanziert:

Zukunftsstiftung Landwirtschaft
Kto Nr. 30 005 416
GLS Bank Bochum
BLZ 430 609 67
Stichwort: Bantam

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Jens Lübeck, Musiker
Zwerg mit Bantam Mais